Erinnerungen an die Marie A.

Berthold Brecht

1

An jenem Tag im blauen Mond September
Still unter einem jungen Pflaumenbaum
Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe
In meinem Arm wie einen holden Traum.
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah, war sie nimmer da.

2

Seit jenem Tag sind viele, viele Monde
Geschwommen still hinunter und vorbei
Die Pflaumenbäume sind wohl abgehauen
Und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: Ich kann mich nicht erinnern.
Und doch, gewiß, ich weiß schon, was du meinst
Doch ihr Gesicht, das weiß ich wirklich nimmer
Ich weiß nur mehr: Ich küsste es dereinst.

3

Und auch den Kuss, ich hätt‘ ihn längst vergessen
Wenn nicht die Wolke da gewesen wär
Die weiß ich noch und werd ich immer wissen
Sie war sehr weiß und kam von oben her.
Die Pflaumenbäume blühn vielleicht noch immer
Und jene Frau hat jetzt vielleicht das siebte Kind
Doch jene Wolke blühte nur Minuten
Und als ich aufsah, schwand sie schon im Wind.

KW 30: 24. Juli

Schon wieder ist eine Woche rum – eine ruhige Woche. Montag verweile ich noch bei einen Kumpel in Hamburg, ehe ich gegen Nachmittag zurück nach Rostock aufbreche. Dienstag und Samstag Abend jeweils los gewesen, ich mache bewusst eine Pause vom studentischen Alltag und merke langsam, wie ich wieder ausgeglichener werde. (Memo an mich: Bei der nächsten Stresswelle irgendwie was zum Ausgleich finden, um die innere Ruhe zu bewahren; vielleicht sollte ich mit Meditieren beginnen.)

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KW 29: Ab 17. Juli

»Sprecherziehung« ist Schlagwort der Woche. Als ich den Seminarraum für das anstehende Blockseminar betrete, erblicke ich die Kamera und mein Herz sackt mir in die Hose. Ich hasse es gefilmt und fotografiert zu werden. Für dieses Seminar wird es nun aber unabdingbar sein. Was tun? Ich beschließe, mich darauf einzulassen – nur aus den Herausforderungen lernt man gut was dazu. Wozu das Seminar?

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Faszination am Unglück der Titanic

Am 15. April 1912 sank die Titanic in die Tiefen des Atlantischen Ozeans. Auch wenn es nicht die schlimmste maritime Katastrophe war, ist sie dennoch die populärste. Im Zweiten Weltkrieg sank die Wilhelm Gustloff und zog weit über 9.300 Menschen mit in die Tiefe – mehr Menschenleben gibt es bei keinem anderen Schiffsunglück zu beklagen. Und mit ihren fast 1.500 Todesopfern kann die Titanic sich nicht mit dem größten zivilen Schiffsunglück messen, das 4.400 Tote forderte. Trotzdem hält das Interesse in der Öffentlichkeit selbst nach 100 Jahren ungebrochen an. Warum?

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Du und ich

Du

Das Referat ging gerade zu Ende, alle sind fast eingeschlafen. Lediglich deine Hand schnellte nach oben, du hattest noch eine Frage. Sie ist gut gestellt, zugeben, aber so fernab des Themas, dass man fast glauben möchte, du wolltest dem Referenten eine Grube graben, um beim Dozenten zu punkten. Der freut sich nun deinetwegen, eine wissenschaftliche Herausforderung – Ziel erreicht. Mit der Promotion dürfte klappen, wenn du nur weiter am Ball bleibst, weitere Kurse des Dozenten besuchst und in deinem Eifer nicht nachlässt. Du und ich weiterlesen

Buchrezension: Macbeth

Ein Drama, das aktueller nicht sein könnte. Angesiedelt in einer Zeit, zu der Menschen noch an die Existenz von Hexen glaubten. Magie und Hexerei genoss in jenen Tagen noch ein anderes Ansehen als heute. Der in der Bibel vorhergesagte und bevorstehende Weltuntergang war für die Menschen allgegenwärtig. Und Hexen, so die Vorstellung, gingen mit Satan einen unehelichen Bund ein. Im Gegenzug wurden sie von diesem mit der magischen Kraft ausgestattet, mit der sie Menschen ins Verderben stürzen konnten. Und genau drei Hexen waren es, die Macbeth eine wundersame Botschaft überbrachten: Sie nannten ihn erst »Than von Cowdor« und dann »König von Schottland«, zwei Titel, die ihm gar nicht zustanden. Buchrezension: Macbeth weiterlesen